Kitealgoon-Ras-Sudr
Weit weg

Ras Sudr – Schwimmen mit Delphinen und Kitesurfen bis zum Sonnenuntergang

Überfüllte Bettenburgen in Hurghada oder Sharm el Sheikh sind nicht so dein Ding? Meins auch nicht!

Während meinem Praktikum bei der deutschen Außenhandelskammer in Kairo entdeckte ich glücklicherweise den hauptsächlich bei Locals bekannten Kitespot „Ras Sudr“. Kurz darauf war ich stolze Besitzerin meiner eigenen Kite-Ausrüstung und schloss mich den Wochenend-Pilgern zu einem der besten Secret-Kitesurf-Spots Ägyptens an. Wer Glück hat, sieht sogar Delphine in der Bucht schwimmen.

5 Gründe für Ras Sudr

  1. Sandige Lagune mit Flachwasser oder tiefe Lagune – weit und breit keine Steine
  2. Gastfreundlichkeit steht bei „Fly Kitesurfing“ und im „Tabia Camp“ ganz oben
  3. Essen gekocht nach traditioneller Beduinen Tradition
  4. Heiße Schwefelquelle in der Wüste
  5. Strandurlaub fernab vom Massentourismus

Kitesurf-Paradies fernab vom Massentourismus

Umgeben von Wüste und einigen kleineren Resorts sagen sich in Ras Sudr eher Fuchs und Hase gute Nacht. Doch die Qualität der Spots rund um die Bucht von Ras Sudr hat sich in den letzten Jahren vor allem bei Lokals herum gesprochen. So pilgern jedes Wochenende zahlreiche Kairoaner nach Ras Sudr, um Energie am Meer zu tanken. Bei Touristen ist dieser wunderschöne Fleck Erde noch relativ unbekannt, da der nächste internationale Flughafen sich in Kairo befindet.

Mein Geheimtipp daher am Wochenende anzureisen, ein bisschen Action oder ein Event mitzunehmen und den Rest der Woche ungestört das Kitesurfen zu genießen.

Bei der Kitesurfschule „Fly Kitesurfing“ herrscht das Motto „never miss a sunset“. Nach einem ereignisreichen Tag auf dem Wasser saßen wir meist gemütlich zusammen auf dem Dach des Kitecenters und ließen den Tag ausklingen. Die wunderschönen Sonnenuntergänge bei Chillout Musik und einem kühlen Getränk in der Hand sind ein Highlight, das ich nicht so schnell vergessen werde.

Flykitesurf Center in Ras Sudr
Flykitesurf Center in Ras Sudr

Unterkunft im Beduinen-Naturcamp

„Marhaban“ heißt auf Arabisch „Willkommen“. So wurde ich von Eid, dem Eigentümer des „Tabia Camps“, begrüßt. Er holte mich an der Busstation mit seinem Wüstenkamel aka Geländewagen ab. Sein Beduinen Camp befindet sich mitten in der Wüste und gleichzeitig nur wenige Minuten mit dem Auto vom Kitecenter entfernt. Gemütliche kleine Hütten, die Eid selbst aufgebaut hat, bieten einfachen aber trotzdem gemütlichen Komfort. Bei Nacht kann man von der eigenen kleinen Hütte den klaren Sternenhimmel mit der Milchstraße in ihrer vollen Pracht bestaunen. Ein Erlebnis, das für jemanden, der in einer Großstadt aufgewachsen ist, eher selten vorkommt. Umgeben von Granatäpfel- und Olivenbäumen erlebte ich das „Tabia Camp“ als eine idyllische Wüstenoase, sozusagen ein Traum aus tausendundeiner Nacht.

Hütte im Tabia Camp in Ras Sudr
Hütte im Tabia Camp in Ras Sudr

Beduinen Dinner auf dem Feuer gekocht

Eid, ein ägyptischer Beduine, der die Wüste auf der Sinai Halbinsel wie seine eigene Westentasche kennt, leitet seit einigen Jahren das von ihm aufgebaute Tabia Camp in Ras Sudr. „Tabia“ bedeutet auf Arabisch „Natur“. Seine Gäste bewirtet er mit einem außerordentlichen Abendessen, das traditionell „slow cooked“ über mehrere Stunden auf dem Feuer zubereitet wird. Für die eigens von ihm und seiner Frau gekochten Speisen verwendet er ausschließlich hochwertige Zutaten, die aus der Region bzw. von der eigenen Bio-Farm stammen. Das Essen wird nach traditioneller Art auf dem Boden auf bequemen Kissen sitzend eingenommen. Dazu gibt es einen würzigen, wohltuend warmen Pfefferminztee, der ebenfalls auf heißen Kohlen erhitzt wird.

Heiße Schwefelquelle in der Wüste – perfekte Entspannung nach dem Kitesurfen

Die heiße Schwefelquelle mitten in der Wüste, ist mit dem Auto in ca. einer halben Stunde vom Beduinen Camp aus zu erreichen.

Es ist wirklich ein tolles Erlebnis, sich im warmen Wasser treiben zu lassen und dabei den endlosen Sternenhimmel einer klaren Wüstennacht zu betrachten. Dieses Gefühl innerer Ruhe und Schönheit der Natur werde ich nie vergessen. Nach einem anstrengenden Kitesurf-Tag auf dem Wasser und einem ausgiebigen Abendessen, ist das genau die richtige Entspannung fernab von Smartphones und Computern.

Big City Life

Außerdem kann ich es wirklich sehr empfehlen, auf dem Rückweg noch zwei oder drei Tage in Kairo einzuplanen. Man kann auf Kamelen um die Pyramiden reiten, oder über den Khan el Khalili „Souk“ schlendern. Ich besuchte auch gerne den wunderschönen Al-Azhar Park, um dort einen Kaffee zu trinken. Vom Restaurant aus hat man einen wunderbaren Blick über die Zitadelle. Über alle meine Geheimtipps in und um Kairo werde ich euch dann ein anderes Mal berichten.

Where to...

  • Sleep: Mein Favorit ist eindeutig das Tabia Camp, ein kleines, von Locals geführtes, Beduinen Camp, das Produkte aus eigener Herstellung anbietet und zum Kochen verwendet
  • Surf: Das Kitecenter Fly Kitesurf liegt innerhalb der „Green Sudr“ Resorts und bietet sowohl für Anfänger als auch für Profis optimale Bedingungen

How to get there

  • Die Anreise erfolgt am besten mit dem Auto. Von Kairo sind es je nach Verkehrslage ca. 2-3 Stunden Fahrzeit.
  • Auch mit dem Überlandbus „Go Bus“ kommt man bis nach Ras Sudr und kann sich dann vom Beduinen Camp oder Kitecenter abholen lassen (vorher anrufen).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.